European Scooter Trophy: Wertungslauf 1 Templin

Das erste Rennen in Templin, 12. – 13.04.2014

Geht doch!

Die Idee klingt verwegen: Elektroscooter gegen Verbrenner in der EST (European Scooter Trophy). „Was wollt Ihr? Gegen die Etablierten antreten?“ – „Klar, ist doch `ne geile Idee, oder?“ Das war die erste Kontaktaufnahme. Und dann ist man schnell beieinander und das Projekt nimmt seinen Lauf. Die Idee war also das eine, die Vorbereitung das Nächste. Schnell waren Sponsoren und Mitstreiter gefunden, ein Top-Fahrer aus der Motorrad-Langstrecken-WM, Heinz Platacis, sofort Feuer und Flamme und der Umbau vom Serien- zum Rennscooter begann. Eigentlich müssten wir mithalten können bei soviel Drehmoment… Prüfstandläufe sowie ein erster Rollout auf der Kartbahn in Emsbüren wirkten durchaus stimmungsfördernd. Und der erste Wertungslauf in Templin rückte auch immer näher und verstärkte die Spannung. Würde alles so funktionieren, wie geplant, werden Akku und Motor die Belastungen aushalten? Und und und. Also genug der Fragen und an den Start, es wird eben ein Lehrjahr werden. Aber mit Geduld und Motivation sollte es schon was werden…

11.04.: Abrücken nach Templin: Also das Equipment in den Renntransporter und los geht’s!

12.04.: Templin, Fahrerlager Templiner Ring. Alle gut eingetroffen, Motivation ganz oben. Während der Aufbau der Zelte und der weiteren Ausrüstung läuft, beginnt die Einschreibung, die erste Fahrerbesprechung findet statt und der gesamte Ablauf wird erklärt. Interessierte Blicke allenthalben, so richtig wissen sie noch nicht, wer hier jetzt mit einem e-scooter antritt? Aber Ablehnung gibt es erst recht nicht, im Gegenteil, die anderen Teams zeigen sich sehr interessiert an der für ihren Sport doch ganz neuen Technik. Naja, und wenn alle sich dem Thema Motorsport verschrieben haben, dann hat man sowieso sofort eine gemeinsame Basis. Also auf zum ersten Training. 

Nun haben wir sie, die erste Ernüchterung: Zwar haben wir immenses Drehmoment, aber das allein reicht auch nicht. Gewicht muss weg, die Reifen funktionieren auf der 13“-Felge nicht so, wie es muss, also umbauen – zum nächsten Training muss es besser gehen. Vorderfelge geändert auf 12“, Slick damit auch ein anderer, der Aufbau des Reifens ist nun ganz anders, der Scooter giert viel mehr in die Kurven. Hinten noch nicht optimal, die Reifenkontur geht gar nicht, das Fahrverhalten ist kippelig und gibt nicht genügend Rückmeldung für den Grenzbereich. Die Technik funktioniert, etwas warm wird der Motor noch, aber nach dem 2. Training findet sich noch Zeit, das passend zu machen. Also Kühlbohrungen in den Motor, Gabel, Federraten verändert, Reifen hinten wechseln, messen, laden usw., leicht andere Dinge, als man sie von Rennscootern bisher gewohnt war. Und immer wieder Fragen der anderen Teams, hohes Interesse, aufmunternde Worte, immer wieder die Feststellung: „Echt geil, dass ihr das macht, finden wir toll, dass ihr dabei seid…“. Und schrauben, messen, laden…

13.04.: Die Stunde der Wahrheit. Wird alles halten? Wo kommen wir raus? Wie läuft’s im Ernstfall? Zwar hatten wir gestern schon 22 Sekunden gefunden, aber die anderen sind auch keine Nasenbohrer, was erwartet uns hier und jetzt? 

Nun, die Antwort folgte innerhalb der nächsten 15 Runden, im Rennen. Nach dem Start –zwar nicht vorn, aber doch irgendwo im Mittelfeld – kämpft Heinz um Sein oder Nichtsein, die Technik hält und die Zuschauer sind begeistert. „Man hört ja gar nichts – geil, dass ihr euch das traut“. Und tatsächlich, er hält die komplette Distanz, alles soweit gut. Der verdiente Lohn der Mühe: Platz 9 und die ersten Meisterschaftspunkte im ersten Lauf einer Weltpremiere. Nie vorher hat es das in dieser Form gegeben. Wir haben bewiesen, dass es geht und dass man die Verbrenner (zumindest heute ein paar davon) tatsächlich in ihrem eigenen Metier schlagen kann. 8 Sekunden fehlen auf die Spitze, viel, wenn man die Zahl als solche sieht, wenig, wenn man weiß, dass wir am Anfang einer Entwicklung stehen, die natürlich Einfluss auf unsere Serienfahrzeuge haben wird. Und wir wissen schon, was zu ändern ist zum nächsten Lauf in Zielona Gora. Und da sollte doch schon deutlich mehr drin sein. Packen wir‘s also weiter an und beweisen wir’s!

 

 

Der emco Rennscooter auf der Strecke in Templin

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